Haus Karibu

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Haus Karibu
 

Kinderwohngruppe "Haus Karibu"

Die Kinderwohngruppe „Haus Karibu“ bietet ab sofort Platz für neun Jungen und Mädchen ab fünf Jahren und stellt einen weiteren Baustein im Kinder- und Jugendhilfeangebot der GeSo dar, welcher den aktuellen Bedarfen in der Jugendhilfe Rechnung trägt.

Das „Haus Karibu“ existiert seit drei Jahren, bisher war dort eine Wohngruppe für minderjährige unbegleitete Flüchtlinge untergebracht.

Hausleitung Michelle Kuhn
Hausleitung Michelle Kuhn

Zielgruppe

Im „Haus Karibu“ werden Mädchen und Jungen ab ca. 5 Jahren aufgenommen und betreut, die aufgrund ihrer persönlichen Situation vorübergehend oder dauerhaft nicht mehr Zuhause leben können und für die ein verlässliches, unterstützendes Angebot in einer Wohngruppe mit anderen Kindern hilfreich sein kann.

Sollte es in Ausnahmefällen sinnvoll und notwendig erscheinen können auch Kinder unter fünf Jahren aufgenommen werden (z.B. bei Geschwisterkindern), dies wird im Einzelfall mit der Aufsichtsbehörde (LJA) abgesprochen und entschieden.

Ausschlusskriterien

Nicht betreut werden können

  • Kinder und Jugendliche mit akuter Suchtmittelabhängigkeit,
  • Kinder und mit schwerer körperlicher Behinderung oder hohem Pflegebedarf,
  • Kinder und mit hirnorganischen Störungen oder beginnenden psychotischen Störungen,
  • Kinder mit ausgeprägten Formen von Autismus,
  • stark traumatisierte Kinder, die einen intensiveren Betreuungsrahmen benötigen,
  • Kinder mit Bedarf für eine E-Beschulung,
  • Kinder, die nach einem längeren Aufenthalt in der Kinder- und Jugendpsychiatrie einen engeren pädagogisch-therapeutischen Rahmen benötigen.

Ziele

Als primäres Ziel der Betreuung der Kinder im Haus Karibu gilt die Rückführung in die Herkunftsfamilie, sollte dies aus bestimmten Gründen nicht möglich sein, können die Jugendlichen auch bis zum 18. Lebensjahr im Haus Karibu leben und von dort in die Selbständigkeit entlassen werden. Gegeben falls kann im Anschluss noch eine Phase im betreuten Wohnen erfolgen.

Um diese Ziele zu erreichen ist es primärer Inhalt der Arbeit mit den betreuten Kindern, ihnen bei der Entwicklung zu einer ganzheitlichen, beziehungsfähigen und der Welt zugewandten Persönlichkeit zu helfen und sie dabei zu unterstützen, Entwicklungsbarrieren zu erkennen, aufzuarbeiten und neue Lösungswege zu finden.

Außerdem spielt die Elternarbeit, bzw. die Arbeit mit dem Herkunftssystem eine zentrale Rolle, um gemeinsam neue Perspektiven zu entwickeln, unter denen ein gemeinsames Zusammenleben wieder möglich wird und gelingt.

Methoden

Bei Kindern, insbesondere, wenn diese noch sehr jung sind, ist es notwendig, dass - gerade bei institutioneller Betreuung - ein hohes Maß an Fachlichkeit bzgl. des entwicklungspsychologischen Stands dieser Kinder zum Einsatz kommt. Das bedeutet, dass individuell für jedes Kind die jeweiligen Förder- und Unterstützungsbedarfe herausgearbeitet und geplant werden müssen. Dies geschieht in der Hilfeplanung in enger Zusammenarbeit mit den Personen aus dem Herkunftssystem, sowie den zuständigen Mitarbeiterinnen vom Jugendamt.

Die Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen ist von einer wertschätzenden und annehmenden Haltung durch die Pädagoginnen geprägt. Sie ist systemisch und lösungsorientiert ausgerichtet. Es kommen außerdem verhaltenstherapeutische Grundsätze zur Anwendung, wo dies angezeigt erscheint. Außerdem wird die Arbeit durch traumapädagogische Ansätze unterstützt, in dem Sinn, dass die Wohngruppe einen sicheren Ort für die Kinder darstellt, in welchem sie die Möglichkeit haben, sich auf Neues einlassen zu können und Änderungen ausprobieren zu können, ohne dies als Bedrohung wahrzunehmen.

Eine besondere Möglichkeit bieten hierbei die beiden GeSo-Bauernhöfe. Sowohl auf dem Laeisenhof als auch auf dem Margaretenhof besteht die Möglichkeit, dass die Gruppe vom Haus Karibu in tiergestützten Einheiten den besonderen Zugang, den die Arbeit und der Kontakt mit den Tieren den Kindern bietet, zur Umsetzung der pädagogischen Arbeit nutzt. Ganz verschiedene Tiere (Schafe, Esel, Hasen, Hühner, Pferde, Ziegen, Katzen, Lamas) stehen zum Kuscheln, Streicheln, Spazieren gehen, Reiten oder Kutsche fahren zur Verfügung, sie sind zum Teil speziell für den Umgang mit Kindern ausgebildet und geübt.

Für die konkreten Inhalte der Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen liegt eine ausführliche, detaillierte Leistungsbeschreibung vor.

Elternarbeit

Die Zusammenarbeit mit den Eltern bzw. den erwachsenen Bezugspersonen aus den Herkunftssystemen der zu Betreuenden stellt einen sehr wichtigen Bestandteil der Arbeit im Haus Karibu dar. Ein vorrangiges Ziel der Betreuung besteht darin, die Heranwachsenden in sichere Herkunftsfamilien zurückzuführen.

Dazu ist es wichtig, neben den Perspektiven, die für die Kinder und Jugendlichen entwickelt werden, mit den Eltern Ressourcen zu stärken und Fähigkeiten zu entwickeln, die sie dazu qualifizieren, für ihre Kinder einen sicheren Ort im Elternhaus sicherzustellen.

Hierbei kommen verschiedene Methoden zum Einsatz:

  • Elterngespräche im Haus Karibu, nicht nur im Rahmen der Hilfeplanung, sondern auch in regelmäßigen Abständen mit Kindern und Betreuerinnen. Wenn es notwendig ist, können Eltern (z.B. bei weiter Anreise oder umfangreichen Terminen) im Haus in einem speziellen Eltern-Übernachtungsraum übernachten.
  • Begleitete Heimfahrten zu den Eltern mit Vor- und Nachbereitung
  • Teilnahme der Eltern bei wichtigen Terminen, die ihre Kinder betreffen (z.B. Elternabende, Arzttermine, Termine bei Therapeut/innen)
  • Einbeziehung der Eltern bei allen wichtigen Entscheidungen, die ihre Kinder betreffen.

Über die jeweils geeigneten Maßnahmen wird im Einzelfall entschieden.